„SPK Komplex“

2018, Dok, 111 Min, HD, R: Gerd Kroske; P: Realistfilm

1970 begründete der Arzt Wolfgang Huber in Heidelberg gemeinsam mit Patienten das antipsychiatrische »Sozialistische Patientenkollektiv« (SPK). Umstrittene Therapiemethoden, politische Forderungen und der massive Zulauf von Patienten, die der üblichen »Verwahr–Psychiatrie« tief misstrauten, führten zum Konflikt mit der Universität Heidelberg und der Landesregierung, der sich bald zuspitzte und in die Radikalisierung des SPK mündete. Das gruppentherapeutische Experiment endet schließlich mit Verhaftungen, Gefängnis und der Aberkennung von Hubers Approbation.Die SPK–Gerichtsprozesse wirken heute wie eine Vorwegnahme der Stammheim-Prozesse – mit Mitteln zum Ausschluss der Rechtsanwälte, Totalverweigerung der Angeklagten und empfindlichen Strafen für das Ehepaar Huber. Dabei stand die HКrte der Strafverfolgung in kaum einem Verhältnis zu den eigentlichen Taten. Der Ruf, die RAF unterstützt zu haben und letztendlich in deren Terror aufgegangen zu sein, haftet dem SPK seither an. Er überlagert, worum es damals eigentlich ging: um die Rechte von Psychiatriepatienten, Widerstand und um Selbstermächtigung. Um Fragen also, die noch immer Aktualität besitzen.

2018 “Clara Sereni Award”, best psychiatry theme documentary‘ PerSo Film Festival, Perugia Italy
2018 Uraufführung im “Jungen Forum”, Berlinale
2018 Hamburger Dokumentarfilmwoche
2018 internationales Dokumentarfilmfestival München
2018 Neisse Film Festival
2018 Kinoauswertung im Verleih von Salzgeber & Co. Medien GmbH
2018 Dokumentarfilmfestival Duisburg

Plakat
  • „ … Gerd Kroske springt in „SPK Komplex“ (Forum) mitten rein in die gebrochenen Biografien, forscht bei Zeitzeugen nach, was eigentlich aus dem antipsychiatrischen Ansatz geworden ist und montiert die Splitter zusammen, dass sie funkeln. (…) Selten hat man so hautnah nachempfunden, wie man an Deutschland irre werden kann.“
    Jan Künemund, spiegel online
  • „…der Regisseur Gerd Kroske (…) macht mit seinem Dokumentarfilm „SPK Komplex“ aus dem großen, drastischen Stoff ein kluges, ruhiges Kunstwerk. Kroskes filmischer Erzählweise gelingt etwas Seltenes: die Fusion von Intuition und diskretem Respekt mit konkreter, akribischer Recherche. Großartig ist auch der Blick der Kamerafrauen Susanne Schüle und Anne Misselwitz für Szenen und Details, die wie magisch Stimmungen wecken…“
    Caroline Fetscher, der Tagesspiegel
  • „…Da etliche SPK-Mitglieder kurze Zeit später bei der RAF aktiv wurden, fungiert die Geschichte des SPK wie ein Scharnier zwischen ’68 und Deutschem Herbst – in dem Dokumentarfilm „SPK Komplex“ (Forum) von Gerd Kroske, einem der klügsten und besonnensten Filmemacher Deutschlands, eingefangen…“
    Hannah Pilarczyk, spiegel online