2022 Europa Passage

Kinodokumentarfilm, 90 min, R: Andrei Schwartz, P: Wüste Film Hamburg

„Europa Passage“ begleitet eine Gruppe von Roma, die seit Jahren zwischen Hamburg und ihrem rumänischen Dorf pendeln. Ihr bescheidenes Auskommen verdienen sie hier mit Betteln. Das Ersparte wird für das Überleben der Kinder und Großeltern nach Rumänien gebracht. De facto leben diese „Gastarbeiter“ sowohl in Hamburg wie auch in ihrem Dorf, Namaiesti, am Rande der Gesellschaft.

2023 Deutschen Kamerapreis
2023 Nominierung für den Preis der deutschen Filmkritik
2023 Vorauswahl für den deutschen Filmpreis
2023 Einladung zu One World Romania International Human Rights & Documentary Film Festival im Wettbewerb
2022 Kinoauswertung
2022 Weltpremiere Doc Fest München und Nominierung für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

Susanne Schüle
Film Still aus Europa Passage
  • „Es gibt Romane, die Geschichten erzählen. Es gibt Gedichte, die Geschichten erzählen. Und es gibt die Kamera von Susanne Schüle. Da erzählt sie so ziemlich mit jeder Einstellung eine Geschichte. Susanne Schüle hat 5 Jahre eine Gruppe von rumänischen Romas zusammen mit dem Regisseur Andrei Schwartz begleitet. Und sie schafft etwas sehr Großes, was zunächst klein klingen mag: Sie schafft die Augenhöhe. Sie geht in die Knie, wenn ihre Protagonistin vor dem Hamburger Supermarkt auf dem Boden hockt und Menschen um Geld anbettelt. Sie legt sich mit der Kamera fast neben sie, wenn sie unter der Brücke in Hamburg schlafen. Und sie macht das konzentriert, sehr ruhig, der Mensch im Mittelpunkt ihres oft wunderbar komponierten Bildes. Nah, aber nie zu nah. Der Blick von Susanne Schüle nimmt das Gegenüber ernst, hört zu, verweilt, schaut genau hin. Oft nah, nie zu nah. Und so gelingt es ihr, dass wir die Geschichte von Maria und Tirloi und ihrer Familie kennenlernen dürfen, vor denen man vielleicht eher Berührungsangst hat. Susanne Schüle ist eine große Menschenseherin, mit ihrer Kamera, der sie beigebracht hat, Menschen möglichst so zu sehen, wie sie sind.Viel mehr geht nicht. Wir gratulieren Susanne Schüle sehr herzlich zum Kamerapreis in der Kategorie Doku Kino.“
    Laudatio von Isabel Schayani für den deutschen Kamerapreis 2023
  • „Eine dokumentarische Meisterleistung von Andrei Schwartz“
    ARTE Journal
  • „Europa Passage besticht vor allem durch die ausgesprochen große Nähe zwischen den Protagonist*innen und dem Regisseur (…) Hinzu kommt die eindringliche Bildsprache. Die Kamera fängt die Menschen häufig in unbewegten Einstellungen ein, geht mit ihnen verschlungene Wege und spart von ihrer täglichen Routine kaum etwas aus. Daraus resultieren gleichsam intensive und nüchtern-präzise Bilder frei von jeglicher Dramatisierung. Mitunter nimmt dieser Realismus geradezu gemäldeartige Züge an: Etliche Bilder packen einen sofort und wirken lange nach.“
    Nils Michaelis in Filmtipp 09/22
  • „So ist Europa Passage eben kein Film über die Bettler auf unseren Straßen, sondern das bewegende Porträt von Menschen, die sich angesichts unmenschlicher Zustände ihre Menschlichkeit bewahren.“
  • „»Europa Passage« ist ein großartiger, fesselnder und berührender Dokumentarfilm, der mit manchem Mythos über »die Roma« aufräumt und ein realistisches Bild von den Menschen zeichnet, die inzwischen das Stadtbild deutscher Städte mitprägen. Er zeigt sie als Menschen mit Familien, mit vielen Sorgen und Nöten, aber auch mit Zuversicht und einem, zum Teil sehr erfreulich sarkastischem Humor.“
    ND, Nicolai Hagedorn, 09/2022
  • „Schwartz‘ Blick auf die Leute aus Namaesti ist von Respekt geprägt und gibt den Armen eine Würde, die ihnen in der Situation, in die sich zu begeben sie gezwungen sind, oftmals abhandenkommt (…).“
    EPD, Alexandra Seitz 08/2022
  • “A black humor runs through the doc. Although their lives are grim, the protagonists still have the ability to laugh at their own plight.”
    Business Doc Europe, Geoffrey Macnab, 2022